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So dokumentieren Sie Stalking-SMS von unbekannten Nummern für die Polizei

Wenn Sie in unmittelbarer Gefahr sind, rufen Sie 110. Für kostenlose, vertrauliche Unterstützung: Weißer Ring (Opferhilfe): 116 006 · weisser-ring.de · Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 08000 116 016 · hilfetelefon.de

Die meisten Ratschläge zum Sichern bedrohlicher SMS setzen voraus, dass Sie wissen, wer sie sendet. Nummer blockieren. Nach Kontakt filtern. Absender melden.

Aber Stalker halten sich nicht an diese Regeln.

Sie nutzen Prepaid-Handys. Sie wechseln SIM-Karten. Sie senden Nachrichten von Apps, die temporäre Nummern generieren. Sie schreiben von Telefonen anderer Leute. Wenn Sie eine Nummer blockieren, erscheint innerhalb von Stunden eine neue.

Genau deshalb scheitert der übliche „Screenshot und blockieren"-Ratschlag bei Stalking-Opfern. Sie können nicht nach Absender filtern, wenn der Absender sich ständig ändert. Sie brauchen ein System, das alles erfasst — von jeder Nummer, bekannt oder unbekannt — automatisch, still und dauerhaft.


Warum Stalking-Dokumentation anders ist

Das „Handlungsverlauf"-Problem

Nach §238 StGB (Nachstellung) ist Stalking definiert als ein wiederholtes Verhaltensmuster, das geeignet ist, die Lebensgestaltung des Opfers schwerwiegend zu beeinträchtigen. Eine einzelne unheimliche SMS von einer unbekannten Nummer ist verstörend. Dreißig unheimliche SMS von fünfzehn verschiedenen unbekannten Nummern über zwei Monate ist ein Straftatbestand.

Das bedeutet, Ihre Beweise müssen belegen:

  1. Das Verhalten ist wiederholt — kein einmaliges Ereignis.
  2. Es folgt einem Muster — selbst wenn die Nummern wechseln, sind Ton, Inhalt oder Timing konsistent.
  3. Es verursacht begründete Furcht — die Nachrichten enthalten Drohungen, Überwachungsreferenzen („Ich habe dich heute im Supermarkt gesehen") oder anhaltenden unerwünschten Kontakt nach einer klaren Aufforderung aufzuhören.

Die Herausforderung: Stalker machen es absichtlich schwer, die Punkte zu verbinden. Verschiedene Nummern, verschiedene Apps, verschiedene Tageszeiten. Wenn Sie sich darauf verlassen, jede Nachricht manuell zu sichern, werden Sie unweigerlich welche verpassen. Monate später, wenn Sie mit einem Ermittler Ihren Fall aufbauen, gibt es Lücken in Ihrer Zeitleiste.

Automatische, umfassende Archivierung löst dieses Problem.


Die besonderen Herausforderungen bei unbekannten Nummern

Sie können nicht filtern — Sie müssen alles erfassen

Wenn Sie die Nummer des Belästigers kennen, können Sie Filter setzen. Bei Stalking von unbekannten oder wechselnden Nummern ist das nutzlos.

Stattdessen muss Ihr Archivierungssystem jede einzelne eingehende SMS an Ihr Beweis-Postfach weiterleiten. Ja, das bedeutet auch Spam, Lieferbenachrichtigungen und Freunde. Das ist in Ordnung. Ein gefülltes Postfach mit jeder Stalking-Nachricht ist unendlich wertvoller als ein kuratiertes mit Lücken.

Die Nummern selbst sind Beweise

Auch wenn Sie nicht wissen, wem eine Prepaid-Nummer gehört — die Nummer selbst ist ein Datenpunkt, den Strafverfolgungsbehörden nutzen können:

  • Ermittler können Provider-Aufzeichnungen anfordern, um festzustellen, wann eine Prepaid-SIM aktiviert wurde, wo sie gekauft wurde und sie möglicherweise mit einem Zahlungsmittel oder Standort zu verknüpfen.
  • Wenn der Stalker denselben Provider nutzt oder Nummern in derselben Region aktiviert, hilft das beim Profilerstellen.
  • Zeitmuster (z. B. neue SMS immer von neuer Nummer, direkt nachdem Sie die vorherige blockiert haben) zeigen koordiniertes Verhalten — keinen Zufall.

Schritt-für-Schritt: Ihr Stalking-Beweis-Archiv aufbauen

Schritt 1: Dedizierte Beweis-E-Mail erstellen

Nutzen Sie ein sicheres Gerät — nicht Ihr Haupttelefon, falls Sie glauben, es wird überwacht.

Verschlüsselten Anbieter wählen:

  • ProtonMail — Ende-zu-Ende-verschlüsselt, Sitz in der Schweiz
  • Tutanota — verschlüsselt, keine Telefonnummer zur Registrierung nötig

Regeln:

  • Nicht Ihren echten Namen in der Adresse verwenden (z. B. [email protected])
  • Starkes, einzigartiges Passwort und 2FA aktivieren
  • Zugangsdaten auf keinem Gerät speichern, auf das der Stalker zugreifen könnte

Schritt 2: SMS to Email Forwarder installieren

SMS to Email Forwarder aus dem App Store herunterladen.

Konfiguration für Stalking-Fälle:

  1. Ihre sichere Beweis-E-Mail-Adresse eingeben
  2. Einmalige Kurzbefehle-Automatisierung einrichten (~2 Minuten)
  3. Kritisch: KEINE Absenderfilter setzen. Sie wollen Nachrichten von ALLEN eingehenden Nummern erfassen.
  4. App schließen. Sie läuft im Hintergrund via iOS-Kurzbefehle.

Schritt 3: Die „Kontakt einstellen"-Nachricht senden

Wenn Sie es noch nicht getan haben, senden Sie eine klare, schriftliche Nachricht an die letzte Nummer:

„Kontaktieren Sie mich nicht mehr. Alle weiteren Nachrichten von Ihnen oder einer mit Ihnen verbundenen Nummer sind unerwünscht. Ich dokumentiere alle Kommunikationen."

Dieser Schritt ist wichtig, weil:

  • Er die „Ich wusste nicht, dass sie keinen Kontakt wollte"-Verteidigung widerlegt
  • Gerichte oft den Nachweis verlangen, dass Sie eine Grenze kommuniziert haben
  • Nach dem Senden: Antworten Sie auf keine weitere Nachricht. Niemals. Engagement — auch wütendes — kann als gegenseitige Kommunikation argumentiert werden.

Schritt 4: Stalking-Vorfallsprotokoll beginnen

Während die App jede SMS automatisch archiviert, führen Sie auch ein manuelles Vorfallsprotokoll für Nicht-SMS-Vorfälle:

DatumUhrzeitArtQuelleBeschreibungAuswirkungBeweis-Ref
02.04.202623:30SMS(01XX) 123 4567„Ich weiß, du warst heute im Fitnessstudio. Schönes Outfit."Gefühl der Überwachung, AngstE-Mail #47
03.04.202602:15SMS(01XX) 987 6543„Du kannst mich nicht ewig ignorieren."Schlafstörung, AngstE-Mail #48
03.04.202608:00PersönlichUnbekanntes Auto gegenüber geparkt, gleiches Auto wie letzte WochePolizei-NotrufFoto in Beweis-Ordner

Dieses Protokoll verknüpft Ihre SMS-Beweise mit dem breiten Stalking-Verhaltensmuster und ist genau das, was Ermittler brauchen.


Was mit Ihren Beweisen passiert

Anzeige erstatten

Wenn Sie bereit sind, Anzeige zu erstatten (und Sie sollten das eher früher als später tun):

  1. Ihr Vorfallsprotokoll mitbringen — organisiert, gedruckt, chronologisch
  2. Zugang zu Ihrer Beweis-E-Mail bereitstellen — oder relevante E-Mails als PDF exportieren
  3. Liste der Nummern übergeben — Ihr E-Mail-Archiv enthält jede Absendernummer
  4. Aktenzeichen erfragen — das schafft eine offizielle Aufzeichnung
  5. Nach einer Sicherungsanordnung fragen — die Polizei kann formelle Anfragen an Provider senden, um Kontodaten der Stalker-Nummern zu sichern, bevor sie automatisch gelöscht werden

Gewaltschutzanordnung nach dem GewSchG

Ihr E-Mail-Archiv unterstützt einen Antrag auf Schutzanordnung direkt:

  • Wiederholter Kontakt — das schiere Volumen weitergeleiteter E-Mails
  • Eskalation — wenn die Nachrichten mit der Zeit bedrohlicher werden
  • Missachtung von Grenzen — Nachrichten nach Ihrer „Kontakt einstellen"-SMS
  • Mehrere Nummern — Beweis, dass der Stalker bewusst Sperren umgeht

Strafverfahren nach §238 StGB unterstützen

In einem Strafverfahren wegen Nachstellung liefert Ihr automatisiertes Archiv:

  • Eine vollständige, manipulationssichere Zeitleiste, die die Verteidigung nicht als selektiv bearbeitet angreifen kann
  • SMTP-Header auf jeder E-Mail als Beweis der Zustellungszeitstempel
  • Absendernummern für jede einzelne Nachricht, die gezielte Provideranfragen ermöglichen
  • Keine Lücken — anders als manuelle Dokumentation verpasst automatische Weiterleitung keine Nachrichten, die im Schlaf, bei der Arbeit oder in Belastungssituationen eingehen

Sich schützen während der Dokumentation

Digitale Sicherheit

  • Posten Sie nicht über Ihre Stalking-Situation in sozialen Medien. Stalker überwachen die Online-Aktivitäten ihrer Opfer.
  • Prüfen Sie die Standortfreigabe Ihres Telefons. Deaktivieren Sie „Standort teilen" unter Einstellungen > Datenschutz > Standort, falls Sie vermuten, der Stalker hat Zugang zu Ihrer Apple-ID.
  • Prüfen Sie auf unbekannte Apps. Suchen Sie nach unbekannten Apps, die Spyware sein könnten. Falls Sie eine finden, löschen Sie sie nicht, bevor Sie mit der Polizei gesprochen haben — ihre Präsenz ist ein Beweis.
  • Erwägen Sie eine Geräteprüfung. Die Coalition Against Stalkerware bietet Ressourcen zur Erkennung und sicheren Entfernung von Überwachungssoftware.

Physische Sicherheit

  • Telefon geladen und immer bei sich haben.
  • Einer Vertrauensperson von Ihrer Situation erzählen und ihr Ihr Beweis-E-Mail-Passwort mitteilen — falls Ihnen etwas zustößt, sind Ihre Beweise gesichert.
  • Routinen variieren. Stalker nutzen Vorhersagbarkeit aus.
  • Bei unmittelbarer Gefahr jederzeit 110 anrufen.

Hilfsangebote

AnlaufstelleKontakt
Weißer Ring (Opferhilfe)116 006 (kostenlos) · weisser-ring.de
Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen08000 116 016 (kostenlos, anonym) · hilfetelefon.de
Polizeinotruf110
Gegen Stalkerwarestopstalkerware.org
Polizeiliche Beratungpolizei-beratung.de

Haftungsausschluss: Wir sind Softwareentwickler, keine Anwälte oder Strafverfolgungsbeamte. Dieser Artikel bietet technische Lösungen zur Beweissicherung und stellt keine Rechtsberatung dar. Stalking-Gesetze und Beweisanforderungen variieren. Konsultieren Sie immer die örtliche Polizei und einen zugelassenen Rechtsanwalt bezüglich Ihrer spezifischen Situation. Wenn Sie in unmittelbarer Gefahr sind, rufen Sie 110.


Jede Nachricht ist ein Datenpunkt. Jeder Datenpunkt baut Ihren Fall auf.

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